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geschrieben von Marcel am 31.12.2004 - 11:47
Zitat
 In den von der Flutkatastrophe betroffenen Ländern erhöhen sich die Opferzahlen ständig - und ein Ende dieser Entwicklung ist weiter nicht in Sicht. Nach offiziellen Angaben werden inzwischen bis zu 140.000 Tote befürchtet - vermutlich werden es am Ende jedoch noch viel mehr sein.

So sah sich die Regierung in Thailand gezwungen, ihre Angaben zu korrigieren. Die Zahl der registrierten Toten im Land verdoppelte sich beinahe auf 4500. Zudem rissen die Fluten drei Mal so viele Touristen mit in den Tod, als bislang befürchtet. Die Behörden gehen nun von mindestens 2200 toten Urlaubern aus. Außerdem wurden an einem 30 Kilometer langen Strandabschnitt nördlich der beliebten Reiseinsel Phuket jetzt rund 3.500 Leichen entdeckt. Regierungsangaben zufolge sind viele dieser Toten noch nicht in die vorläufige Opferbilanz eingegangen. In Phuket findet heute die erste offizielle Trauerfeier für die Angehörigen der Toten statt.

Indonesien rechnet mit bis zu 100.000 Opfern

Noch deutlich schlimmer als in Thailand fällt die vorläufige Bilanz in Indonesien aus. Die Behörden befürchten hier ein Ansteigen der Totenzahlen auf 100.000. Mit dieser Zahl sei zu rechnen, da an der Nordwestküste der Insel Sumatra noch immer zahlreiche Leichen entdeckt würden, sagte Gesundheitsminister Siti Fadillah Supadi. Bislang war die Zahl der Opfer in Indonesien offiziell mit 80.000 angegeben worden.

Im Nordwesten Sumatras liegt die Bürgerkriegsprovinz Aceh. Gestern hatte die Gesellschaft für bedrohte Völker schwere Vorwürfe gegen die indonesische Regierung erhoben. Viel zu spät sei den Hilfsorganisationen die Aufnahme ihrer Arbeit in der hermetisch vom Militär abgeriegelten Bürgerkriegsregion gestattet worden. Zudem sei die Armee "offensichtlich nicht Willens, die Zivilbevölkerung mit Hilfsgütern zu versorgen", sagte GfbV-Asienreferent Ulrich Delius. Die Regierung rief für die kommende Woche ein internationales Gipfel-Treffen zur Unterstützung der von der Katastrophe heimgesuchten Staaten ein.

Nationaler Trauertag in Sri Lanka
[Bildunterschrift: In Pettigaliwatta auf Sri Lanka helfen Nachbarn zusammen, um ihre Habseligkeiten aus den zerstörten Häusern zu bergen.]
Auch in Sri Lanka ist die Situation dramatisch. Hier gedenken die Menschen der Opfer heute mit einem nationalen Trauertag. Häuser und Autos sind im ganzen Land mit weißen Flaggen zum Zeichen der Trauer versehen. In Sri Lanka starben nach offiziellen Angaben fast 29.000 Menschen. Der europäische Koordinator für Sri Lanka, Philippe Nardin, geht sogar von bis zu 50.000 Opfern aus. Die Lage sei "apokalyptisch", sagte er.

In Indien ist die Lage ebenfalls katastrophal - trotzdem machte sich bei der Bevölkerung kurzzeitig Erleichterung breit. Die Regierung in Neu Delhi gab nach erneutem Flutwellen-Alarm Entwarnung. In einer Mitteilung des Innenministeriums hieß es, das indische Meteorologische Institut sehe derzeit keine Seebeben-Gefahr. Die Bundesstaaten an den Küsten sollten aber weiter wachsam sein. Der Alarm hatte gestern zu Panik an den Küsten in Indien und Sri Lanka geführt. Tausende ergriffen die Flucht oder versuchten, sich auf Bäume und Hausdächer zu retten. Nach Angaben von Korrespondenten spielten sich dramatische Szenen ab. "Die Wellen kommen", schrieen die Menschen.

In Indien kamen nach offiziellen Angaben mehr als 11.300 Menschen ums Leben. Es wird jedoch befürchtet, dass auf der Inselgruppe der Andamanen und Nikobaren noch tausende Leichen unter den Schlammmassen begraben liegen.

Hunderttausende Überlebende von Epidemien bedrohtHunderttausende Überlebende in den betroffenen Gebieten sind nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation von Epidemien bedroht. Helfer und Einheimische in allen betroffenen Ländern arbeiten weiter fieberhaft daran, die zahllosen Leichen zu begraben oder zu verbrennen. Etwa fünf Millionen Menschen wurden obdachlos.

Nach Angaben der Bundesregierung werden auch noch mehr als 1000 deutsche Touristen im Krisengebiet vermisst, die meisten von ihnen in den thailändischen Ferienregionen Phuket und Khao Lak. In Deutschland und anderswo bitten die Hilfsorganisationen weiterhin um Spenden.

Das außergewöhnlich heftige Beben der Stärke 9,0 hatte sich am vergangenen Sonntag gegen 8.00 Uhr Ortszeit ereignet. Sein Epizentrum lag nordwestlich der indonesischen Insel Sumatra. Das Beben löste gewaltige meterhohe Flutwellen - so genannte Tsunami - aus, die ganze Küstenregionen verwüsteten. Komplette Dörfer, selbst Inseln sind in den Fluten untergegangen.


Quelle


SPENDENKONTEN

geschrieben von SuperVici am 31.12.2004 - 12:52
Es währen sicher nicht so viele Menschen umgekommen wenn es ein Frühwarn System gegeben hätte.

geschrieben von Raver2 am 31.12.2004 - 12:55

geschrieben von Pablo am 31.12.2004 - 15:23
Oder wenn die Spaten sich mal gegenseitig informiert hätten... Das kam an der einen Stelle an, und an der anderen erst 10 Stunden später und beide wurden von der Welle überrascht, dass kann doch nicht so angehen!

Pablo

geschrieben von Armin am 01.01.2005 - 18:20
Wegen der dramatischen Entwicklung in Asien, hat die Javarea den "link of the month" auf die Seite die von "Aktion Deutschland Hilft" gesetzt.
http://www.aktion-deutschland-hilft.de/

Wir wollen mit dem Link die Aktion unterstützen.

Armin

geschrieben von Marcel am 02.01.2005 - 14:06
Zitat
 War die Flutkatastrophe vorhersehbar?

Kritik: US-Behörde gab Warnungen vor Todeswelle nicht weiter


Nach der Flutkatastrophe in Süd- und Südostasien mehren sich Hinweise, dass das verheerende Seebeben möglicherweise hätte rechtzeitig erkannt werden können. Wie die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" berichtet, hatte der Geologische Dienst Amerikas (U.S. Geological Survey) auf seiner Internetseite schon Minuten nach dem Beben vor der Entstehung eines "Tsunami im Erdbebengebiet" gewarnt. Im US-Kongress gibt es demnach mittlerweile Vorbereitungen, ein mögliches Versagen der Behörde für Meeres- und Atmosphärenforschung (NOAA) zu untersuchen. Der zuständige Ausschuss wolle prüfen, warum die Behörde nicht in der Lage gewesen sei, "wertvolle, lebensrettende Informationen" über die Flutwelle an die betroffenen asiatischen Länder weiterzugeben.

Die NOAA teilte der Zeitung zufolge mit, sie habe 16 Minuten nach dem Empfang von Informationen über das Seebeben Warnungen vor einer möglichen Flutwelle an die Staaten herausgegeben, die dem Warnsystem für den Pazifischen Ozean angeschlossen seien. Da Indien, Sri Lanka und die Malediven nicht dazugehörten, sei das entsprechende Bulletin jedoch nicht an diese Länder versandt worden.

Diskussion um die tödliche Welle

Auch in Thailand diskutierten führende Meteorologen laut dem Bericht fast zwei Stunden, bevor die Welle Phuket erreichte, ob nicht aufgrund des Erdbebens tödliche Wellen drohten. Offenbar um der Tourismusindustrie nicht zu schaden, sei eine Warnung jedoch ausgeblieben. Aus Indien wurde demnach ebenfalls über Pannen berichtet. Mehr als eine Stunde, bevor die Welle auf die indische Festlandküste schlug, habe die Luftwaffe gewusst, dass ihr Stützpunkt auf den östlicher liegenden Nikobaren überflutet worden sei.

Der Meteorologische Dienst in Indien habe das Seebeben innerhalb von Minuten registriert. Ein Fax mit einer entsprechenden Warnung sei jedoch erst zweieinhalb Stunden später an den Minister für Wissenschaften und Technologie gegangen, allerdings an den Vorgänger des seit dem Regierungswechsel im Sommer amtierenden Ministers.


http://www.n24.de/boulevard/nus/?a2....1100480887

geschrieben von Raver2 am 02.01.2005 - 15:21
Zitat
 Original geschrieben von SuperVici am 31.12.2004 - 12:52
Es währen sicher nicht so viele Menschen umgekommen wenn es ein Frühwarn System gegeben hätte.


Die Ammys wollten ja warnen aber entweder dia haben das net ernst genommen oder es kam nicht richtig an:::


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