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geschrieben von Marcel am 03.01.2005 - 13:09
Zitat
 Nie wieder Wettervorhersagen
Wie oft haben wir uns schon geärgert: der Wetterbericht kündigt Regen an. Die Sonne scheint. Dann soll es warm und trocken werden. Es giesst in Strömen. Und was machen die Meteorologen daraufhin? Sie greifen zu modernsten technischen Hilfsmitteln. Na endlich.

Es gibt bestimmte Frequenzbänder im Mikrowellenbereich, auf welchen sich sehr deutlich trockene von feuchter Luft unterscheiden lässt, warme von kalter, dazu Regen von Schnee und Land von Wasser. Und das alles aus dem Weltraum, zuverlässig und unbestechlich. Na also. Geht doch. Kein Rumgerate mehr. Kein Frosch-Im-Glas-Anstarren. Schwarz auf weiss bzw. blau-grün-gelb-rot in der Farbkarte können die Wetterforscher jetzt zeigen: hier ist feuchte Luft, dort eine Temperaturfront, da bläst der Wind lang: morgen regnets, mindestens eineinhalb Liter.

Jedenfalls war das eine ganze Weile so. Jetzt aber wieder immer weniger. Die Wetterwissenschaftler schreien sich schon die Lungen aus dem Hals, und keiner hört es. Was ist denn passiert? Na, zwei der wichtigsten Frequenzbänder zur Wetterbeobachtung per Satellit (6,8 GHz und 10,7 GHz) sind schon vom Mobilfunk vereinnahmt, und jetzt gehts dem Bereich von 23,6 bis 24 GHz an den Kragen: der ist nämlich verkauft worden an die Hersteller von KFZ-Antikollisionswarnern.

Bisher, ja bisher konnte man vom Wettersatelliten aus mit Hilfe dieser Frequenzen Wasserdampf von Wassertropfen unterscheiden. Naja. Das geht ja in Zukunft auch noch. Aber nur über dem Ozean. Dort wird es in Zukunft also weiterhin genaue Wettervorhersagen geben. Die Wissenschaftler fühlen sich nach eigenen Aussagen wie David im Angesicht Goliaths. Sie argumentieren mit humanitären und sicherheitsrelevanten Begründungen für das Freihalten wichtiger Frequenzbänder, aber die Elektronikindustrie hat natürlich mehr Geld. Und das zählt.

Klimaforschung? Braucht doch keiner. Zumindest nicht bei der ITU, der International Telecommunications Union, die über die Vergabe der Frequenzen entscheidet. Die sitzt nämlich in Genf in der Schweiz, in 376 Metern über dem Meer. Da können die Polkappen lange abschmelzen, bis dort die Telefone wegschwimmen. Oder der Kollisionswarner das Signal für "Supertanker" piept. Beruhigend.


Quelle: Bootsektor


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