| Zitat | | | Private Wireless-Netze bringen Chaos
Artikel aus IT Week Ausgabe 29.12.2004
Autor: Guy Kewney
Wie viele Nachbarn gibt es im Umkreis von 30 Metern von Ihrem Schreibtisch? Wie viele von ihnen haben einen PC? Und wie viele werden sich in den nächsten 12 Monaten ein Wireless-Netzwerk zulegen? Und machen Sie sich darüber Gedanken?
Sie sollten darüber nachdenken: Die Zahlen sind furchterregend. Mein Freund Jon lebt in einem Apartment auf einem Hügel im Norden Londons. Von dort aus kann er viele Gebäude sehen und er kann per Wireless-LAN an alle Häuser senden, die er sieht. Da er ein technischer Tüftler ist, hat er an seinem 801.11-Signal bis an die legalen Grenzen gebastelt. Er behauptet, er könne sein Netzwerk zu Hause Bars und Restaurants empfangen, die über einen Kilometer entfernt sind und er schafft das auch. Besser gesagt, er schaffte es bisher.
Inzwischen ist das nämlich schwierig geworden. Im Dezember letzten Jahres zeigte er mir den Output von Netstumbler (ww.netstumbler.com). Sein eigener Zugangspunkt war das stärkste Signal; er konnte aber auch rund 30 weitere Zugangspunkte aufgelistet sehen. Und meistens wurde sein Signal trotz seiner Super-Antenne einfach durch die reine Überzahl ertränkt.
Die meisten von uns leben nicht oben auf einem Hügel, sondern in einer typischen städtischen oder vorstädtischen Umgebung, wo wir innerhalb der Wireless-Reichweite von mindestens einem Dutzend Gebäude sind. In meiner Straße ist jedes Haus sechs Meter breit; in den meisten befinden sich zwei Wohnungen mit drei oder sogar fünf Zimmern. Ein WiFi-Zugangspunkt im Fenster des oberen Stockwerks kann ein Signal auf die Straße pumpen und auf jeder Seite ein Haus erreichen, und dazu etwa acht Gebäude auf der anderen Seite der Straße und fünf, die hinter dem Haus liegen.
Damit sind etwa 30 Wohnungen in Reichweite, und im Moment haben nur sechs von uns einen eigenen Zugangspunkt. Das ist doppelt soviel wie erträglich ist, da 802.11b und 802.11g nur drei Kanäle haben, die sich nicht überschneiden.
In der Theorie gibt es natürlich 13 Kanäle. Wenn man in verstopften Gebieten herumspielt, stellt man schnell fest, dass die Kanäle 1, 6 und 13 (oder Kanal 11 in den USA) sich nicht stören. Kanal 3 stört 1 und 6, Kanal 9 6 und 13. Das hält es nicht vom Funktionieren ab die Software kann jeden gewünschten Sender aufnehmen.
Funktioniert das aber ordentlich? Kein Stück. Ich wurde auf das Problem aufmerksam, als ich herausfand, dass ich mir den Standard-Kanal 6 mit drei Nachbarn teilte. Mein Hochgeschwindigkeits-802.11g-Netzwerk lief mit einem Durchschnitt von 10Kbits/sec statt 20Mbits/sec. Nicht nur das, es hatte auch einen Schluckauf, blieb stehen, fiel aus und tat generell so, als sei es abwesend. Ich erhielt den beweis, als ich auf Kanal 1 wechselte und alles wieder für zwei Tage in Ordnung war. Dann taten zwei meiner Nachbarn dasselbe, da zwei neue Kanal-6-Netzwerke gestartet waren. Chaos. |
Quelle: http://www.testticker.de/it/strateg....0041229009
Das Problem hatte/habe ich auch, wenn man sich vorstellt das in den nächsten Monaten vielleicht jeder der einen Laptop hat, sich auch W-LAN anschafft, dann gute Nacht.
|